Presse

Hopfen-und-Malz-Jünger rühren in Röttenbach

Quelle: Nordbayerische Nachrichten vom 13.06.2016, Bericht und Foto: Rainer Groh

Beim Jahrestreffen des Vereins zur Förderung der fränkischen Braukultur bei Sauers stand Geselligkeit im Mittelpunkt

Erster Teil des Brauvorgangs: Zweite Vorsitzende Petra Paulsen, Brauername „Willi", und Hobbybrauer Peter Ross erhitzen die Maische aus Malz und Wasser, um aus der Malzstärke Zucker werden zu lassen, der später zu Alkohol vergärt. Quelle: Nordbayerische Nachrichten vom 13.06.2016, Bericht und Foto: Rainer Groh
Erster Teil des Brauvorgangs: Zweite Vorsitzende Petra Paulsen, Brauername „Willi“, und Hobbybrauer Peter Ross erhitzen die Maische aus Malz und Wasser, um aus der Malzstärke Zucker werden zu lassen, der später zu Alkohol vergärt. Quelle: Nordbayerische Nachrichten vom 13.06.2016, Bericht und Foto: Rainer Groh

RÖTTENBACH – Im Jubiläumsjahr des Reinheitsgebots hat der Verein zur Förderung der fränkischen Braukultur (VFFB) sein Jahrestreffen an historischer Stätte zelebriert: in der Brauerei Sauer, deren Sitz bekanntlich das Gelände des ehemaligen Schlosses ist.

Hauptzweck dieser Treffen, die der in Erlangen und Umgebung verbreitete Verein seit etwa einem halben Jahrzehnt bei hiesigen Bier-Kulturstätten veranstaltet, ist eigentlich der Erfahrungsaustausch und der Test der Brau-Erzeugnisse der Mitglieder, die teilweise in Kleinstmengen in der Küche entstehen. Doch stets wird auch gebraut beim Treffen.

So haben der Vorsitzende Kurt Adler aus Möhrendorf und die Vorhut der etwa 60 Hopfen- und-Malz-Jünger, die sich angemeldet hatten, am Morgen in einem Waschkessel gleich neben dem Backofen hinter dem Sauerschen Bräuhaus die Maische für etwa 70 Liter Bier angesetzt und bei genau 72 Grad Celsius die Stärke aus dem Malz in Zucker verwandelt.

Nach dem Läutern, sprich dem Entfernen der Gersten-Rückstände, hätte die jetzt entstandene Würze eigentlich mit Hopfen gekocht werden sollen, aber den weiteren Brauvorgang (etwa zehntägige Gärung bei 8 Grad und sechswöchige Lagerung) hat man dann übereinstimmend sein lassen -zu Gunsten der Geselligkeit.

Luxuriöse Kloßbrühe

Die Würze wurde so zu einer wahrhaft luxuriösen Kloßbrühe und sorgte für ein edelfränkisches Mittagessen. Eine tragende Rolle dabei spielte auch der Backofenverein, der angeschürt hatte und die Hobbybrauer mit frischen Laiben zur Leberkäs-Brotzeit versorgte. Im Backofen wurde nämlich auch das Fleisch gegart.

Ganz ohne Bier-Aktion – vom geselligen Konsum ganz abgesehen – ging das Treffen natürlich nicht ab. Braumeister Herbert Sauer, einer der wenigen, die das in Zeiten des Holzfasses unerlässliche Auspichen noch beherrschen und auch die Apparatur dazu noch besitzen, führte die spektakuläre Prozedur im Brauereihof vor.

Und schließlich gab Susanne Klermund den Hobbybrauern noch eine Führung durch den alten Sauersehen Bier-Lagerkeller.

RAINER GROH